Von Rio Dulce & Livingston bis nach Belize City (2026)

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Von Livingston nach Belize City in einem Tag: Grenzübertritt Boot & Busreise

Die Reiseplanung läuft nicht immer perfekt, und manchmal zwingen einen äußere Umstände zu Routen, die man so vielleicht im Nachhinein nicht gewählt hätte. In unserem Fall war es ein vorab gebuchtes Onward Ticket (Weiterreisenachweis), das wir nicht mehr umbuchen konnten. Aus diesem Grund mussten wir den Weg von Guatemala nach Belize über Livingston und Punta Gorda wählen. Warum es im Nachhinein deutlich sinnvoller gewesen wäre, direkt von Flores nach Belize City durchzufahren, lassen wir an dieser Stelle noch offen – dazu am Ende mehr.

Hier ist unser ehrlicher Erfahrungsbericht, wie man diese Strecke an einem einzigen Tag meistert und worauf ihr bei der Aus- und Einreise achten müsst.

Auf dem Rio Dulce

Die Anreise: Von Río Dulce nach Livingston

Unser Trip startete mit einem direkt gebuchten Transfer von Flores nach Livingston. Der Bus brachte uns zunächst nach Río Dulce. Da unser Boot erst Stunden später ablegte, mussten wir hier knapp vier Stunden Wartezeit überbrücken.

Wichtige Information zu den Booten (Lanchas): Die Boote zwischen Río Dulce und Livingston verkehren zweimal täglich:

  • Morgens: ca. 09:00 / 09:30 Uhr
  • Nachmittags: ca. 14:45 / 15:00 Uhr

Da wir ein Gesamtpaket gebucht hatten, kennen wir den genauen Einzelpreis für die öffentliche Lancha nicht. Online bewegten sich die Angaben zwischen 100 und 120 Quetzales (ca. 12 bis 15 Euro).

Wir warteten am Restaurant „Colifato“ auf die Weiterfahrt.

Ein wichtiger Tipp für Nachahmer: Fragt unbedingt das Personal vor Ort, ob ihr dort richtig seid und zusteigen könnt. Nur weil wir das getan haben, wusste die Bootscrew, dass sie uns dort einsammeln muss. Der offizielle Anlegeplatz ist nämlich ein anderer: Lanchas Colectivas RIO DULCE.

Setzt euch im Boot unbedingt so weit nach hinten wie möglich. Vorne ist die Fahrt extrem ungemütlich und holprig. Das Boot ist schnell unterwegs, hüpft über das Wasser und knallt hart auf die Wellen. Auf einer Dauer von 1,5 bis 2 Stunden wird das im vorderen Teil sehr anstrengend.

Colifato Restaurant Trio Dulce
Restaurant Colifato in Rio Dulce
Bootsfahrt Rio Dulce
Im Lancha auf dem Weg nach Livingston

Zwischenstopp in Río Dulce und Livingston

Río Dulce als Ort hat uns nicht besonders zugesagt, und wir waren im Nachhinein froh, dort keine Übernachtung gebucht zu haben. Allerdings ist die Landschaft entlang des Flusses, insbesondere gegen Ende, wenn man durch einen tiefen Canyon fährt, sehr sehenswert. Wer hier in einer der Dschungel-Unterkünfte am Fluss übernachten möchte, sollte wissen, dass man sehr abgeschieden ist. Es gibt kaum Einkaufs- oder Essensmöglichkeiten abseits der eigenen Unterkunft, und man sollte auf die lokale Tierwelt und Insekten eingestellt sein.

Livingston Sign
Spaziergang durch Livingston
Casa de la Iguana
Unsere Unterkunft: Casa de la Iguana
Sonnenuntergang in Livingston
Sonnenuntergang in der Stadt

In Livingston angekommen, wurden wir am Steg des Hotels Casa Rosada* abgesetzt und liefen zu unserer Unterkunft Casa De La Iguana*. Livingston selbst hat ebenfalls nicht viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, maximal zwei Tage reichen hier völlig aus. Wer möchte, kann Ausflüge zu den Siete Altares oder zum Playa Blanca machen. Positiv aufgefallen sind uns jedoch die Menschen: Die Einwohner sind sehr gastfreundlich. Die Atmosphäre unterscheidet sich stark vom Rest Guatemalas – man fühlt sich eher wie in der Karibik, und die Kultur ist stark von der Garifuna-Gemeinschaft geprägt.

Der Grenztag: Von Livingston nach Belize City an einem Tag

Jetzt zum wichtigsten Teil: Wie funktioniert der Grenzübergang von Livingston (Guatemala) nach Punta Gorda (Belize) und die Weiterreise nach Belize City an einem Tag?

 

1. Das Boot nach Punta Gorda und das Onward-Ticket-Problem

Wir hatten unser Bootsticket vorab über adrenalinatours.com für 60 USD pro Person gebucht. Der Grund dafür war, dass unsere Airline (Arajet) für den Flug nach Guatemala zwingend einen Weiterreisenachweis verlangte (Avianca ist btw. auch sehr streng!). Vor Ort in Guatemala hat sich niemand mehr für dieses Ticket interessiert, aber ohne die Buchung hätte uns die Airline gar nicht erst mitgenommen.

Alternatve: Ihr könnt Tickets auch direkt vor Ort am Municipal Boat Dock kaufen. Wie viel es dort kostet, wissen wir allerdings nicht.

⚠️ Achtung: Am Wochenende fahren keine Boote nach Punta Gorda!

 

2. Die Ausreise aus Guatemala (Immigration Office)

Unser Boot sollte um 11:00 Uhr ablegen. Vorab muss man sich den Ausreisestempel im Immigration Office abholen. Das Büro liegt etwa 7 Gehminuten vom Steg entfernt (Google Maps Link).

Den Stempel bekommt man erst am Tag der Abreise, am Vortag ist dies nicht möglich.

Beim Thema Ausreisegebühren wird es in Guatemala undurchsichtig. Offiziell gibt es keine legale Ausreisegebühr auf dem Seeweg. Als der Beamte am Schalter jedoch 80 Quetzales (ca. 10 USD) von uns verlangte, baten wir um eine Quittung. Er händigte uns sofort einen Beleg aus, der sich allerdings auf ein archäologisches Reservat bezog. Da unser Spanisch für die Details auf dem Dokument nicht ausreichte und der Beamte trotz Diskussionen auf das Bargeld beharrte, mussten wir am Geldautomat unter hohen Gebühren noch einmal Geld abheben. Die Agentur Adrenalina Tours bestätigte uns später, dass sie von so einer Gebühr noch nie gehört haben. Unser Rat: Habt für den Notfall einfach 10 USD in bar parat, um Zeit und Nerven zu sparen.

Ankunft Belize Punta Gorda

3. Einreise in Punta Gorda (Belize)

Das Boot hatte etwas Verspätung, brauchte für die Überfahrt aber nur 45 Minuten, sodass wir um 12:00 Uhr in Punta Gorda ankamen. Bei der Einreise mussten wir ein Einreiseformular in Papierform ausfüllen – das Online-Formular, das wir vorab ausgefüllt hatten, wurde nicht akzeptiert. Die Beamten vor Ort waren etwas unfreundlich.

4. Die Weiterfahrt mit der James Bus Line

Direkt nach der Einreise liefen wir zum Busterminal der James Bus Line. Um 14:45 Uhr fuhr dort der Expressbus ab. Zeitlich geht sich das perfekt aus, wenn man das 11-Uhr-Boot aus Livingston nimmt. Da der Bus nur in bar bezahlt werden kann, mussten wir zuerst zu einer Bank laufen, um Belize-Dollar abzuheben. Die Bank befindet sich in Gehweite. Praktischerweise durften wir unser Gepäck in der Zwischenzeit am Busterminal stehen lassen. Preise und Verpflegung in Punta Gorda:
  • Busticket: 14,50 USD (29 Belize-Dollar) pro Person.
  • Mittessen: Schräg gegenüber von der Bank liegt das Downtown Restaurant (auf Google Maps nicht exakt verzeichnet, hier unsere Markierung). Dort haben wir für 8 Belize-Dollar (4 USD) pro Person ein sehr gutes Mittagessen mit Hähnchen, Bohnen, Reis und Kochbananen bekommen.
James Bus Line Terminal Punta Gorda
Downtown Restaurant Punta Gorda Belize Mittagessen

5. Die Busfahrt nach Belize City

Pünktlich um 14:45 Uhr ging es los. Bei dem Bus handelt es sich um einen alten, klassischen US-amerikanischen Schulbus. Eine Klimaanlage gibt es nicht, stattdessen werden alle Fenster geöffnet.

Die Fahrt solltet ihr nicht unterschätzen. Der Bus schaukelt stark, und durch die offenen Fenster zieht ein dauerhafter, kräftiger Fahrtwind.

Die Route führt über Independence, Dangriga und Belmopan nach Belize City (Link zur Route auf Google Maps). Die Fahrt dauerte insgesamt über 5 Stunden und war recht anstrengend.

Da der Bus an den Zwischenstationen immer nur sehr kurz hält, gibt es keine Möglichkeit für Toilettenpausen. Nutzt daher unbedingt euren Aufenthalt in Punta Gorda für einen Toilettengang.

Gut zu wissen: Man kann auf der Strecke überall dort aussteigen, wo man möchte, falls man Zwischenstopps in Belize plant.

James Bus Line Bus von Innen
James Bus Line Bus von Innen

Ankunft in Belize City und Fazit

Als wir in Belize City ankamen, war es bereits dunkel. Da die Stadt nachts als unsicher gilt, haben wir trotz der kurzen Distanz zu unserer Unterkunft auf den Fußweg verzichtet. Uber oder InDrive gibt es in Belize City nicht. Wir haben direkt am Busterminal einen Taxifahrer gefunden und für die dreiminütige Fahrt 5 USD bezahlt.Unsere Unterkunft, Mckay’s Hostel*, war mit 50 Euro pro Nacht (Zimmer mit Klimaanlage, geteiltes Bad und Küche) die günstigste Option. Allerdings kamen beim Check-in noch unerwartete Gebühren hinzu, die bei Booking nicht aufgeführt waren, sowie eine extra Gebühr für Kreditkartenzahlung.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Belize hat uns insgesamt nicht überzeugt. Das Land ist im Vergleich zu den Nachbarländern sehr teuer. Aus diesem Grund haben wir Belize bereits am nächsten Tag mit dem Bus in Richtung Chetumal (Mexiko) wieder verlassen.

Hinweis zur Ausreise aus Belize: Bei der Ausreise wird eine Gebühr von 40 Belize-Dollar (20 USD) pro Person fällig. Diese kann im Gegensatz zu Guatemala immerhin mit Kreditkarte bezahlt werden.

Unser Fazit: Lohnt sich der Weg über Livingston?

Rückblickend müssen wir sagen: Der Umweg von Flores über Livingston nach Belize hat sich für uns nicht gelohnt. Der logistisch sinnvollere und stressfreiere Weg wäre ein direkter Bus von Flores nach Belize City oder direkt weiter nach Mexiko gewesen. Wir waren schlichtweg an unser bereits bezahltes Onward-Ticket gebunden. Wer die Route trotzdem wählen möchte, erlebt zwar eine interessante Bootsfahrt auf dem Río Dulce, muss jedoch mit höheren Transportkosten und einem langen, anstrengenden Reisetag im Schulbus rechnen. Immerhin können wir jetzt sagen, dass wir ganz Belize innerhalb von zwei Tagen komplett durchquert haben 😅.

Belize James Bus Line
James Bus line in Punta Gorda