Alternativer Aussichtspunkt zu Monserrate
Den Aussichtspunkt am Berg Monserrate kennen wahrscheinlich die meisten die Bogotá besuchen – auch wir wollten ursprünglich dorthin, sind aber zufällig auf eine weitere Aussichtsplattform gestoßen, die bei Touristen nicht sehr bekannt ist und von der aus man einen Ausblick über die Stadt erhaschen kann.
Die Aussichtsplattform befindet sich südlich von Bogotá in der Ciudad Bolivar im Stadtteil El Paraíso und auch hier könnt ihr mit der Seilbahn fahren.
Anfahrt zur Seilbahnstation
Die Seilbahn die uns hoch nach El Paraíso bringt ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs von Bogotá und heißt „TransMiCable“. Sie startet von der Bus-Station „Portal Tunal“ die wir leicht mit den öffentlichen Bussen erreichen können und von dort direkt zur Seilbahn laufen können. Wir folgen den Schildern zu „Estación Mirador del Paraíso TransMiCable“ – insgesamt gibt es drei Seilbahnstationen und um zur Aussichtsplattform zu gelangen, müssen wir an der letzten Station aussteigen.
Für die Busse („TransMilenio“) benötigen wir eine Karte („Tullave“) die 8.000 COP Grundgebühr kostet und wir dann noch aufladen müssen. Das gute daran ist, dass wir auch die Seilbahnfahrt mit der Karte bezahlen können. Eine Fahrt mit der Seilbahn kostet 3.550 COP. Um die Tullave-Karte zu kaufen, gehen wir an die Busstation „Calle 22“ auf der Avenida Caracas.
Kleiner Tipp: Die Tullave-Karte könnt ihr an den Busstationen mit Drehkreuz kaufen (und nur in Bar bezahlen). Dazu geht ihr an die dortigen Schalter. Zur Aufladung gibt es Automaten, die aber auch nur Bargeld akzeptieren. Wenn ihr zu zweit seid, könnt ihr auch nur eine Tullave-Karte kaufen, dann spart ihr euch die Grundgebühr für eine Karte. Am Schalter wollten wir zwei Karten kaufen, sie haben uns aber nur eine verkauft, damit wir etwas Geld sparen :).
Beim Drehkreuz zur Seilbahn hat Nadja durchgelassen und als sie selbst durchgehen wollte, hatten wir kein Guthaben mehr auf der Karte 😀 Eine sehr nette Mitarbeiterin hat uns dann freundlicherweise so durchgelassen.
Seilbahnfahrt nach El Paraíso
Die Seilbahnfahrt dauert insgesamt ca. 10 Minuten und führt über die Favelas von Bogotá. Es erweckt aber nur teilweise den Eindruck, als würden wir gerade über eine Favela fahren. Einige Häuser sind hier sehr schön bemalt und tragen kunstvolle Graffitis und Streetart.
Angekommen in El Paraíso
Oben angekommen hat uns Lateinamerikanische Musik und ein paar Straßenhunde erwartet.
Wir hatten noch nicht gefrhstückt und wollten unbedingt etwas essen. Wir sind dann in einem süßen kleinen Restaurant namens „Tienda Cafetería“ für zwei Empanadas eingekehrt.
Von dort aus sind wir zum Mirador Illimani Park spaziert und konnten auf dem Weg schöne Streetart und einen herrlichen Ausblick auf Bogotá bestaunen. Im Park selbst befindet sich eine Kolumbien-Flagge welches laut Hinweisschild die höchstgelegenste Flagge Lateinamerikas ist.
⇒ El Paraíso liegt auf ca. 2.900 Meter, das ist fast so hoch wie die Zugspitze!
Wir haben uns dann noch ein Arepa (Runde Maisfladen) mit Chorizo geholt und sind noch in das „Museo de la Ciudad Autoconstruida“ gegangen, der Eintritt ist kostenlos und wir wollten etwas über die Geschichte des Viertels und der Seilbahn erfahren, leider waren die Informationen aber nur auf spanisch verfügbar und dafür ist unser Spanisch (noch) nicht ausreichend 🙂
Fazit zu El Paraíso
Wir wollten uns im Voraus etwas über das Stadtvierteil und die Sicherheit dort informieren, da wir wussten, dass wir über die Favelas fahren, haben aber nur ein YouTube-Video dazu gefunden, welches uns aber positiv gestimmt hat.
Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Aussicht und die Seilbahnfahrt (für gerade einmal 7.100 COP pro Person) haben sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben oben in El Paraíso einen guten Eindruck einer Stadt bekommen, die sehr ursprünglich und kaum tourisisch ist. Wir haben uns eigentlich nie unsicher gefühlt, im Gegenteil: Die Menschen waren sehr freundlich zu uns. Trotz der entspannten Atmosphäre waren wir natürlich nicht leichtgläubig, sondern haben und mit entsprechendem Verstand bewegt.