Iguazú Wasserfälle – Allgemeine Infos
Die Iguazú-Wasserfälle gehören zu den bedeutendsten Naturschauspielen der Welt und sind Teil des UNESCO Weltnaturerbes. Das Wasserfallsystem befindet scih direkt auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und besteht aus etwa 200 bis 270 einzelnen Wasserfällen. Mit einer Gesamtausdehnung von rund 2,7 Kilometern übertreffen sie die Victoriafälle in Afrika an Breite. Die meisten Fälle stürzen zwischen 60 und 80 Meter in die Tiefe.
Garganta del Diablo: Man sagt, dass das der spektakulärste Teil die „Teufelsschlucht“ ist. Eine U-förmige Schlucht, in die die größte Wassermenge stürzt. Wir zeigen dir später in diesem Beitrag, warum wir das nicht so sehen und warum es deshalb von Vorteil ist, die Iguazú Wasserfälle auf eigene Faust zu bereisen.
Da unsere Unterkunft in Puerto Iguazú lag, haben wir uns für einen Tag die argentinische Seite angesehen und sind jeden einzelnen Wanderweg abgelaufen. Unsere gewonnenen Erfahrungen möchten wir hier mit euch teilen und zeigen, wie man ohne teure Touren in den Park gelangt und eine tolle Zeit abseits der Touristengruppen dort verbringen kann. Außerdem verraten wir, was uns gut und was uns nicht so gut gefallen hat und geben euch wertvolle Tipps mit an die Hand, worauf man bei einem Besuch der Iguazú Wasserfälle achten sollte.
Wie gelangt man von Puerto Iguazú in den Nationalpark?
Unsere Unterkunft lag nahe des 3-Länder-Ecks „Hito Tres Fronteras“ in Puerto Iguazu von wo aus auch der Bus Rio Uruguay alle 20 Minuten zum Iguazú Nationalpark abfährt. Daneben macht er auch noch Halt am offiziellen Bus Terminal mitten in der Stadt. Zwischendrin gibt es noch jede menge kleinerer Bushaltestellen, wo man den Bus theoretisch mit dem gängigen Winksignal stoppen könnte, allerdings haben wir nicht herausgefunden, welche Haltestellen das sind.
Die Bustickets für Hin- und Rückfahrt haben wir uns einen Tag vorher am Busterminal besorgt und zahlten für Hin- und Rückfahrt 20.000 ARS p.P (~12,27 EUR). Online bietet Rio Uruguay leider keine Option an. Alternativ könnte man noch im Bus in bar ein Ticket kaufen, aber das ist eher ein Glücksspiel, da nicht jeder Bus eine Kasse besitzt :).
Falls ihr etwas mehr Luxus wollt, könnt ihr euch auch ein Uber nehmen. Aber man muss bedenken, dass Uber hier nicht so sehr verbreitet ist und nicht so viele Fahrer verfügbar sind. Es kann sein, dass man ewig warten muss, oder gar nicht abgeholt wird. Die Kosten belaufen sich zwischen 20.000 und 25.000 ARS one-way. Wir wissen jedoch nicht, wieviel die Rückfahrt kosten würde. Alternativ könnte man sich für die Rückfahrt dann aber auch in den Bus setzen. Es gibt einen Ticketschalter am Ausgang vom Park.
Eine andere Alternative ist das Taxi. Man kann mit ihnen handeln, sodass man am Ende vielleicht einen ganz guten Preis ergattert, der nicht viel mehr als das Busticket kostet
Wanderwege im Nationalpark
Das Tolle ist: Auf eigene Faust ist man auf keine Touristengruppe angewiesen und kann alles selbst erkunden. Der Park besitzt mehrere Wanderwege, die man alle an einem Tag ablaufen kann. Dafür sollte man jedoch gut zu Fuß sein, wir hatten am Ende 25km auf der Uhr stehen ;). Fast alle Wege sind auch Barrierefrei zugänglich. In den folgenden Unterkapiteln listen wir euch alle Trails auf, in der Reihenfolge wie wir sie gelaufen sind.
Sendero Verde (Green Trail)
Dieser kurze Pfad dient primär als Alternative zum Zug, um vom Eingangsbereich zur Estación Cataratas (Startpunkt des Upper und Lower Trails) zu gelangen. Wir wollten nicht ewig auf den Zug warten, also sind wir ihn gelaufen. Auf dem Weg sieht man hohes Gras, in dem sich ganz viele Spinnen ihre Netze gebaut haben. Die Wahrscheinlichkeit auf diesem Weg noch anderen Tierchen zu begegnen ist in der Früh noch relativ hoch.
- Länge: ca. 650 Meter.
- Dauer: ca. 10–15 Minuten Fußweg.
- Schwierigkeit: Sehr einfach, flach und barrierefrei.
Circuito Superior (Upper Trail)
Dieser Weg führt entlang der oberen Kante der Wasserfälle. Er bietet spektakuläre Ausblicke aus der Vogelperspektive auf die herabstürzenden Wassermassen.
Wir dachten, dass dieser Weg der ist, wo alle Touris hinstürmen, deshalb wollten wir ganz früh, noch vor den Menschenmassen, da sein. Wir kamen vom Staunen und Fotos machen gar nicht mehr heraus. Auf dem Weg überquerte sogar eine Vogelspinne unseren Weg.
Irgendwann fragten wir uns, warum hier außer uns fast keiner ist. Bis wir dann gesehen haben, dass die ganzen Leute alle auf der Gegenüberliegenden Seite standen, am Devils Throat. Im Nachhinein sind wir aber sehr froh, dass wir diesen Weg zuerst gegangen sind, so hatten wir die ganze Schönheit für uns allein 🙂 .
- Länge: ca. 1,7 km (Rundweg).
- Schwierigkeit: Einfach, da der Weg fast vollständig eben auf Stegen verläuft.
Circuito Garganta Del Diablo (Devil’s Throat Trail)
Natürlich ist es Blödsinn, nach dem Upper Trail zum Garganta del Diablo zu gehen, wenn doch der Lower Trail gleich neben dem Upper Trail ist. Im Nachhinein haben wir uns etwas geärgert, denn dort hätten wir vermutlich weniger Touristen in der Früh angetroffen.
Für die Meisten ist die Teufelsschlucht der Höhepunkt des Parks. Ein langer Steg führt über den Iguazú-Fluss bis direkt an die Kante des größten und gewaltigsten Wasserfalls des Systems.
Wir sind das ganze Stück von der Estación Cataratas hinter gelaufen und waren ca. 30-40 Minuten unterwegs. Nehmt lieber den kostenlosen Zug, der ist schneller da und auf dem Weg gibts nicht wirklich viel zu sehen.
Als wir ankamen, waren wir etwas enttäuscht, da so viele Menschen da standen, dass man die Aussicht gar nicht mehr richtig genießen konnte. Man musste sich in der 2. Reihe anstellen und warten, bis man ganz vor konnte. Tanja und ich waren uns einig, dass uns der Upper Trail (später dann auch der Lower Trail) besser gefallen hat. Nichts desto trotz ist es atemberaubend, diese riesen Wassermassen zu sehen, wie sie 80 Meter in den Abgrund stürzen.
- Länge: ca. 1,1 km pro Weg (insgesamt 2,2 km hin und zurück).
- Schwierigkeit: Einfach (flacher Steg über das Wasser).
Circuito Inferior (Lower Trail)
Leider sind wir erst nach dem Devils Throat den Lower Trail gelaufen, was schade war, denn zur Mittagszeit war der Park schon sehr voll, sodass wir auch dort nicht mehr alleine waren. Dennoch war es für uns das Highlight! Wir empfehlen, ihn direkt im Anschluss nach dem Upper Trail zu laufen und früh da zu sein, um die Schönheit der Natur in vollen Zügen genießen zu können.
Der Lower Trail führt hinunter in den Canyon und bietet eine frontale Sicht auf die Wasserfälle.
- Länge: ca. 1,4 km.
- Schwierigkeit: Leicht – Mittel, da ein paar Treppenstufen zu bewältigen sind (nicht vollständig barrierefrei).
Sendero Macuco (Macuco Trail)
Als letztes stande der Sendero Macuco Trail auf der Liste. Wir waren anfangs etwas skeptisch, ob wir ihn noch gehen sollen. Zum Einen, weil die Sonne so stark geschienen hat und zum Anderen weil unsere Beine schon müde waren. Aber wir haben es trotzdem gemacht.
Der ca. 8 km lange Naturpfad (hin und zurück) führt durch einen dichten Dschungel, der an einem kleineren, ruhigen Wasserfall (Arrechea) endet. Am Ende gibt es eine Abzweigung, einmal zum Viewpoint (oben) und einmal Fuß des Wasserfalls. Es hat sich definitiv nicht gelohnt, den langen Weg auf sich zu nehmen. Es war einfach nur ein kleiner Wasserfall zu sehen, mehr nicht. Einziger Pluspunkt: Es war sehr wenig los.
- Länge: ca. 8 km (hin und zurück).
- Schwierigkeit: Leicht – Mittel, da einige Treppenstufen zu bewältigen sind (nicht vollständig barrierefrei).
Mit dem Bus zurück nach Puerto Iguazú
Am Haupteingang wartete der Bus Rio Uruguay an derselben Stelle, an der er uns auch rausgelassen hat. Wir hatten glücklicherweise schon unser Ticket, sodass wir direkt einsteigen konnten. Alle anderen mussten erst noch zum Ticketschalter gehen, da im Bus kein Gerät zum Zahlen vorhanden war.
Fazit zu den Iguazú Wasserfällen auf eigene Faust
Wir fuhren auf eigene Faust früh mit dem Bus von Puerto Iguazú in den Nationalpark. Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt, denn wir hatten den Upper Trail fast für uns alleine und waren total begeistert von der Aussicht. Wir begegneten sogar einer Vogelspinne. Danach hätten wir direkt den Lower Trail gehen sollen, denn der wäre vermutlich genauso menschenleer gewesen. Statt den Zug zu nehmen liefen wir zum Devils Throat, der sich als eine Enttäuschung herausstellte, da einfach zu viele Menschen dort waren. der Lower Trail hat uns hingegen extrem gut gefallen, auch wenn zur Mittagszeit inzwischen viele Leute dort waren. Der Panoramablick auf die Wasserfälle, hat uns das aber fast vergessen lassen. Den Macuco Trail hätten wir uns sparen können, da man bis auf einen kleinen Wasserfall nichts gesehen hat und auch der 8km lange Weg war sehr unspektakulär.
Unser Ranking:
- Platz 1: Lower Trail
- Platz 2: Upper Trail
- Platz 3: Devils Throat
- Platz 4: Macuco Trail