Holpriger Start in Bogotá

Du betrachtest gerade Holpriger Start in Bogotá

Unser Flug nach Bogotá

Aufgrund meiner vielen Meilen konnte ich mir einen Business class Flug gönnen. Tanja musste Economy fliegen, konnte dafür aber ihren Backpack bei mir mit aufgeben, weil ich 2 Priority Freigepäckstücke hatte. Wir flogen von München nach Zürich. Von dort ging dann unser Anschlussflug nach Bogota mit Edelweiss Air. Wir hatten von Anfang an ein schlechtes Gefühl, da zwischen Ankunft und Weiterflug nur 40 Minuten lagen.

In München waren wir beide noch kurz was in der Lounge essen und Kaffee trinken.

Kleiner Tipp am Rande: Mit der Amex Platinum könnt auch ihr kostenlos Flughafen Lounges nutzen und günstige Upgrades in die Business Class kaufen. Mehr dazu lest ihr auf unserer Seite Reise Kreditkarte :).

Da ein Pilot krank geworden ist, hatte unser Flug nach Zürich 22 Minuten Verspätung – Noch weniger Umsteigezeit, juhu :D. Am Ende war es aber nicht so schlimm: Wir wurden in Zürich gleich beim Ausstieg abgefangen und zum neuen Gate eskortiert und erreichten somit unseren Anschlussflug doch noch. 

Mit einem A350 der Edelweiss Air ging es dann weiter über den Atlantik in 11h nach Bogotá. Auch bei diesem Flug gab es Verspätung. Wir standen noch Ewigkeiten am Rollfeld, bevor wir endlich abhoben. Der Flug zog sich lang, aber in der Business Class wurde es quasi nie langweilig, weil man ständig mit Essen und Trinken versorgt wurde :). Tanja war relativ weit vorn gesessen und ich besuchte sie ein paarmal während des Flugs. Mit einer Verspätung von 35 Minuten erreichten wir nach dem langen Flug dann endlich die Hauptstadt Kolumbiens.

Edelweiss Business Class Essen
Edelweiss Air Business Class Essen
Edelweiss Business Class
Edelweiss Air Business Class

Das Warten aufs Gepäck

Wir mussten erstmal ewig an der Passkontrolle anstehen, was aber halb so schlimm war, weil wir ja wussten, dass wir priority Gepäck haben und dann gleich los können. Pustekuchen: Unser Gepäck kam nicht und kam nicht, Irgendwann wurden es immer weniger Koffer und Menschen vor dem Gepäckstand. Irgendwann spricht uns eine Dame vom Gepäckservice an und fragte, ob wir aus Zürich kommen. Dann die traurige Gewissheit: Sie teilte uns mit, dass unsere Rucksäcke nicht da sind, aber in 2 Tagen mit der nächsten Lufthanse Maschine an unsere Adresse in Bogota nachgeschickt werden. Ich predige ja immer, dass man ein paar Backup Klamotten und Badsachen im Handgepäck aus genau solchen Gründen wichtig sind. Was habe ich nicht getan? Richtig, Backup Sachen eingepackt :D. Tanja ging es ähnlich, hatte aber zumindest noch ihren Kulturbeutel und etwas Unterwäsche dabei.

Die Fahrt zu unserer Unterkunft – eine Odysee

Das Uber vom Flughafen zu unserer Unterkunft im Stadtteil Santa Fé, nahe der berühmten Altstadt La Candelaria kostete 10 Euro und da wir in unserem Jahr auf Weltreise aufs Geld achten müssen, haben wir uns dazu entschlossen, erstmal mit dem kostenlosen Bustransfer vom Flughafen bis nach Portal El Dorado zu fahren und von dort aus dann das Uber zu bestellen. Bargeld haben wir erstmal keins abgehoben, weil es in Großstädten meistens so ist, dass man alles mit Karte zahlen kann. In Portal El Dorado angekommen stellten wir fest, dass die Station an einer Straße liegt, wo nur Busse fahren dürfen. Da kommt also kein Uber hin. Problem: Wir konnten die Station auch nicht verlassen, da waren Drehkreuze, wo man nur mit Ticket durchkommt. Davor war ein Schalter, an dem wir dann nach einem Ticket fragten, aber die nahmen dort nur Bargeld. Auch die Automaten waren rein auf Scheine und Münzen ausgelegt. Nun standen wir erstmal blöd da. Es wurde schon langsam dunkel und wir konnten weder vor noch zurück. Tanja sprach dann eine Security Dame an, die mit einem anderen Kollegen die Drehkreuze überwachte und versuchte, ihr unser Problem auf Englisch zu erklären. Das hat nur so semi gut funktioniert, da sie nur Spanisch konnte. Dann kam noch ihr Kollege dazu, aber auch der konnte kein Englisch. Wir versuchten dann mit dem Google Übersetzer unser Problem zu erklären und so schön langsam haben sie verstanden, was los war. Sie ließen uns dann über die Drehkreuze steigen und erklärten uns, wo wir hinlaufen müssen. Gesagt getan, nur war da dann wieder ein neues Drehkreuz mit einem Security. Dem haben wir dann wieder alles von vorn mit Händen und Füßen erklären dürfen. Auch er war dann so nett uns hat uns über die Drehkreuze steigen lassen und bedankte sich, dass wir als Touristen Bogota besuchen :). 

Ein paar Meter weiter standen wir vor dem nächsten Drehkreuz :D. Same procedure: Wir erklärten, dass wir kein Ticket und kein Bargeld haben und eigentlich nur ein Uber bestellen möchten. Dann kam ein netter junger Mann zu uns und half uns beim Übersetzen. Man sagte uns, dass wir kein Uber brauchen sondern eh schon in dem Bereich sind, wo unser Bus abfährt. Wir durften somit also offiziell schwarzfahren 😄. Nach 20 Minuten Busfahrt waren wir endlich an der Zielstation. Es war schon dämmrig und ein Kolumbianer sprach uns an, weil er sah, dass wir den Ausgang suchten. Er half uns aus dem Irrgarten heraus. Nach einem kleinen Fußmarsch haben wir es endlich geschafft und waren in unserer Unterkunft.

Einen Vorteil hatte es, dass unser Gepäck nicht ankam: Diese Odysee mit schwerem Backpack wäre nochmal um Einiges schlimmer gewesen 😄.

Bus Richtung Innenstadt Bogota
Geschafft! Schwarzfahren im Bus Richtung Innenstadt

Auf der Suche nach Essen und Trinken

Wir waren so fertig, dass wir nicht mehr rauswollten und planten deshalb was über Uber Eats bestellen. Nur blöd, dass es dort kein Uber Eats (mehr) gibt. Also recherchierten wir nach den hier gängigen Food Delivery Services Rappi und Didi. Als wir alles im Warenkorb hatten und bestellen wollten streikte das Bezahlsystem. Keine unserer 4 Kreditkarten funktionierte 😭. Tanja war schon kurz davor zu sagen: Wir gehen jetzt ins Bett mit Hunger und Durst. Aber das wäre irgendwie auch keine Option gewesen. Also schauten wir nach Supermärkten, die jedoch alle um 20 Uhr schon zu gemacht haben und es war kurz vor 20 Uhr (und dunkel!). Es musste also was sein, was nicht weit zu Fuß ist, denn Bogota ist gefährlich – vor allem Nachts. Wir liefen ca. 300 Meter zu einem Supermarkt, der uns aber nicht mehr rein ließ, weil er schließen wollte. Plan B war ein Tante Emma Laden, an dem wir ebenfalls vorbei liefen. Nur hier war wieder das Problem: Only Cash! 😭. Deprimiert liefen wir wieder zurück. Ein paar Meter weiter war nochmal so ein kleiner Laden, wo ich dann nochmal nachfragte, ob sie Kreditkarten akzeptieren. Und Gott sei Dank, sie sagte ja! Natürlich gabs hier nicht wirklich was richtiges zu essen, aber zumindest Chips, Kuchen, Bier und Wasser. Voll bepackt kamen wir wieder im Airbnb an und der Wärter sagte uns, dass wir da gerade in eine sehr gefährliche Ecke gelaufen waren. Wir hatten Glück, dass uns nix passiert ist, aber wir waren jetzt einfach froh nicht mit Hunger und Durst ins Bett gehen zu müssen.  

Essen kaufen in Bogota
Endlich was essbares gefunden!
Guten Appettit!

Fazit zu unserem Start in Bogota

Wie der Titel schon sagt: Es war sehr holprig, aber alles Schlechte hat auch was Gutes: Wir haben schnell gelernt, wie die Stadt „funktioniert“ und wie wichtig es ist, etwas Bargeld dabei zu haben. Heute hat es sich bestätigt, dass man sich niemals darauf verlassen sollte, dass das Gepäck beim Fliegen auch mit ankommt und man deshalb immer was ins Handgepäck packen sollte. Aber am Ende waren wir sogar froh, dass wir nicht noch das schwere Zeug mit uns rumtragen mussten.

Trotz den ganzen Strapazen haben wir aber auch Positives erlebt: Wir waren erstaunt, wie hilfsbereit und freundlich die Einheimischen sind. Alle haben versucht uns zu helfen und man hat sich in ihrer Stadt gleich willkommen gefühlt. Jeder von ihnen hatte ein Lächeln auf dem Gesicht und verbreitete gute Laune – ein großer Unterschied zu Deutschland 😉.